Kündigung von Altvertägen durch die Bausparkassen

Seit einiger Zeit werden durch die Bausparkassen alte Bausparverträge gekündigt. Grund hierfür ist, dass diese alten Verträge oftmals mit hoher Verzinsung  (3-4%) abgeschlossen worden sind und die Bausparkassen nun auf die angesparten Summen hohe Zinsen zahlen müssen. Momentan bekommt man bei neu abgeschlossenen Bausparverträgen  allenfalls 0,25 % Zinsen auf dem Markt.

 

Gekündigt werden in der Regel Bausparverträge, die schon seit über 10 Jahren zuteilungsreif sind, d.h. das Mindestguthaben wurde durch den Kunden angespart, die Bewertungszahl wurde erreicht und die Mindestwartezeit wurde eingehalten, das Darlehen allerdings durch die Kunden nicht abgerufen wurde.

 

Die Kündigung ist allerdings nur gerechtfertigt, wenn die komplette Bausparsumme angespart worden ist (angespartes Guthaben und Betrag des Darlehens), denn dann kann der Kunde keinen Darlehensanspruch mehr geltend machen.

 

Kann man weiterhin einen Darlehensanspruch geltend machen, eben weil die Bausparsumme noch nicht komplett angespart worden ist, sollten sich Kunden gegen die Kündigung wehren, indem sie der Kündigung schriftlich widersprechen. Da es noch keine höchstrichterliche Entscheidung zu dieser Problematik gibt, kann der Widerspruch gegen eine Kündigung gegebenenfalls später den Weg zur Erhebung von Schadensersatzansprüchen gegen die Bausparkasse ebnen. Im Zweifel sollte juristische Unterstützung in Anspruch genommen werden.